Maguntia - neues "A"...

Die Schriftarten des UniFraktur-Projekts

Maguntia - neues "A"...

Beitragvon Michl » 2016-09-06, 18:33

Hallo!

Zunächst einmal möchte ich sagen daß ich die Idee einer neuen Unifraktur-Schrift die von jedem problemlos lesbar ist, nicht verkehrt finde. Man hört immer wieder leute sagen, daß sie Frakturschriften nicht lesen können. Mir persönlich ist das ein wenig schleierhaft, denn ich finde selbst wenn man die paar Buchstaben die etwas anders aussehen als die heute gewohnten, nicht kennt, kann man Frakturtexte relativ klar lesen. Weiter ist es eigentlich kein Problem sich mal diese wenigen Buchstaben anzusehen und zu merken. Tut man dies nicht ist man doch ziemlich eingeschränkt in seiner Lesefähigkeit und viele Quellen stehen einem deshalb nicht zur Verfügung. Der Aufwand zehn Buchstaben lesen zu lernen ist verschwindend gering im Vergleich zu der zugewonnenen Informationsmenge. Aber scheinbar besteht hier eine Hemmschwelle und genau dagegen kann eine modernisierte Frakturschrift wirken. Das Schriftbild könnte gewohnter werden und letztlich weniger abschreckend wirken.

Der Grund für diesen Thread ist allerdings ein anderer: Das neue große "A" bzw. die beiden neuen großen "A"s in der Unifraktur-Maguntia.
Allgemein finde ich die Schrift sehr gelungen - auch die "modernisierten" Buchstaben. Die beiden "A"s jedoch, finde ich, passen nicht ganz. Darum wollte ich mal nachfragen wie diese entstanden sind. Lehnen sie sich an anderen Schriften an? Was sind die Hintergründe für die formale Gestaltung? Würde mich freuen wenn Ihr mich aufklären könntet.

Vielen Dank und Grüße,

Michl
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Re: Maguntia - neues "A"...

Beitragvon Wrzlprmft » 2016-09-07, 09:18

Michl hat geſchrieben:Die beiden "A"s jedoch, finde ich, passen nicht ganz. Darum wollte ich mal nachfragen wie diese entstanden sind. Lehnen sie sich an anderen Schriften an? Was sind die Hintergründe für die formale Gestaltung? Würde mich freuen wenn Ihr mich aufklären könntet.


Variante 1 iſt eine Übertragung der Struktur des kleinen a auf Großbuchſtaben. Ein paar exotiſche hiſtoriſche Schriften verwenden dieſe oder eine ähnliche Form. Variante 2 entſpricht bzw. iſt ähnlich zu hiſtoriſch vorkommenden Formen, insbeſondere in Gotiſchen und gebrochenen Grotesken (z. B. das Apotheken-A oder das A der Unfraktur Cook). Diese Form iſt einem A verhältnismäßig ähnlich.

Das Hauptproblem in beiden Fällen (und bei allen modernen Formen) war, einen Kompromiſs zwiſchen der angeſtrebten, modernen Form und der Formenſprache der Maguntia zu finden. Zum Beiſpiel wäre letztere gebrochen, wenn ſich viele dicke Balken rechtwinklig kreuzen würden (das paſſt ſchon beim X nicht ſo gut), was aber in vielen Vorlagen der Variante 2 geſchieht.

Zugegebenermaßen bin ich mit beiden Varianten nicht hundertprozentig zufrieden, wüſſte aber auch nicht, wie ich es beſſer machen ſollte. Wenn Du eine gute Idee haſt, bin ich alſo durchaus dafür offen.
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Re: Maguntia - neues "A"...

Beitragvon Michl » 2016-09-08, 11:13

Danke! Ich werd mal drüber nachdenken. Wenn mir was einfällt, meld ich mich bei Dir!

Grüße,

Michl
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