Korrekte Fraktur-Typographie in XeLaTeX

Die Schriftarten des UniFraktur-Projekts

Korrekte Fraktur-Typographie in XeLaTeX

Beitragvon mach » 2011-03-28, 21:18

Ich habe jetzt mal ein etwas ausgefeilteres XeLaTeX-Dokument geſchrieben, das demonſtriert, wie die Unifraktur-Schriften tatſächlich eingeſetzt werden können:
xelatex-fraktursatz.tex (was folgendes PDF ergibt: xelatex-fraktursatz.pdf).

Das Wichtigſte in Kürze:

Code: Alles auswählen
%&program=xelatex
%&encoding=UTF-8 Unicode

\documentclass{scrartcl}
\usepackage[ngerman]{babel}
\usepackage{fontspec}

\setsansfont[BoldFont=UnifrakturCook]{UnifrakturCook}
\setmainfont[BoldFont=UnifrakturCook]{UnifrakturMaguntia}
\renewcommand\emshape{\addfontfeature{LetterSpace=20.0,Ligatures=Required,Ligatures=NoCommon}}

\newfontfamily\antiquafont{TeX Gyre Pagella}
\newcommand\antiqua[1]{{\antiquafont #1}}

\begin{document}
...
\end{document}


Damit entſteht ein Dokument, wo die Fraktur automatiſch eingeſetzt wird, und zwar UnifrakturMaguntia für den Text, UnifrakturCook für die Überſchriften. Mit dem Befehl \emph entſteht geſperrter Text, mit dem Befehl \antiqua Antiqua-Text.

Die Eingabe von langem ſ und Ligaturunterdrückung (\/) erfolgt manuell, ebenſo eine allfällige Eingabe des bedingten Trennſtrichs (\-) in Wörtern mit langem ſ, denn die werden vom LaTeX-Trennalgorithmus nicht richtig verarbeitet.
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Re: Korrekte Fraktur-Typographie in XeLaTeX

Beitragvon Wrzlprmft » 2012-01-01, 02:17

Ein paar Anmerkungen:

Der Sperrsatz kann wiefolgt verbeſſert werden:
Code: Alles auswählen
\renewcommand\emshape{\xspace\addfontfeature{LetterSpace=20.0,WordSpace=2.0,Ligatures={Required,NoCommon}}}

Das Argument WordSpace iſt mehr oder weniger ſelbſterläuternd und ſorgt dafür, daſs der Wortabſtand erhöht wird.
Der Befehl \xspace wird vom gleichnamigen Paket zur Verfügung geſtellt und ſorgt — leicht zweckentfremdet — dafür, daſs der Abſtand des geſperrten Text zum vorangehenden Wort erhöht wird, wenn z. B. wiefolgt geſperrt wird: nicht geſperrt \emph{geſperrt} nicht geſperrt wird. (Dies ſchafft keine neuen Probleme, wenn das geſperrte Wort am Anfang der Zeile ſteht, um der Frage vorzubeugen.)

Ich würde nur in Ausnahmefällen auf den bedingten Trennſtrich zurückgreifen und ſtattdeſſen den Befehl \hyphenation und das Paket hyphenat nutzen (was mich daran erinnert, daſs ich mich darum kümmern wollte, daſs letzteres einen intelligenten Bindehemmer zur Verfügung ſtellt).

Außerdem könnte ſich je nach Anwendung
Code: Alles auswählen
\usepackage{polyglossia}
\setdefaultlanguage[spelling=new, latesthyphen=true, script=fraktur, babelshorthands=true]{german}

als nützlich erweiſen (wahlweiſe natürlich mit spelling=old).
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