gawl-Projekt

Es gibt ja ſchon andere

Re: gawl-Projekt

Beitragvon mach » 2010-11-19, 10:13

gawl hat geſchrieben:Ein Filterprogramm, welches über Trennmuſter automatiſiert die Trennzeichen generiert, iſt zwar angedacht, aus Zeitgründen bisher aber nicht vorhanden.

Wie du vielleicht geſehen haſt, iſt hier im Forum Mathias Naters hyphenator verwendet zur automatiſierten Generierung von Trennzeichen. Ich habe von dort die deutſche Trennzeichengenerierung unverändert übernommen. Das führt zwar gelegentlich zum Ausbleiben von Trennungen in Wörtern mit langem ſ oder vielleicht auch in Wörtern mit ZWNJ, aber dafür iſt der Aufwand gering und es funktioniert meiſtens.

Eigentlich ließe ſich die Hyphenator-Generierung noch verfeinern, ſo daſs ſie auch das lange ſ und den ZWNJ berückſichtigen würde. Der Aufwand dazu wäre wohl nicht furchtbar groß, aber immerhin: Man müſſte die beſtehende Hyphenator-Datei de.js verſtehen und verändern zu de-Latf.js. Exkurs: „de-Latf“ iſt die ſtandardgerechte Bezeichnung für ‚deutſche Sprache‘ (de) in ‚gebrochener lateiniſcher Schrift‘ („Latf“ gem. ISO 15924). ‚Deutſche Sprache in Antiqua‘ wird dagegen bezeichnet als „de-Latn“, was vereinfacht wird zu „de“, denn die Antiqua (Latn) iſt die gewöhnliche Schrift für das Deutſche und braucht normalerweiſe nicht extra bezeichnet zu werden.
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon Altaïr » 2010-11-19, 17:41

Hallo mach,
vielleicht ſollten wir Herrn Nater kontaktieren und nachfragen, ob er uns weiterhelfen kann. Ich gehe nicht davon aus, daß der Aufwand beſonders hoch iſt, die zuſätzliche Lang-S-Erkennung in das Programm einzubauen, da ja an ſich nur ein weiterer Buchſtabe erkannt werden muß – und als langes S behandelt werden muß.
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon mach » 2010-11-22, 12:12

Ich hatte ihn ſchon kontaktiert, und er hat nun zwei issues eröffnet, habe aber derzeit viel anderes zu tun: Issue 125 - hyphenator - Words containing ZWNJ are not hyphenated, und Issue 126 - hyphenator - Support ſ (long s in german fraktur). Meine Meinung iſt zwar, daſs für eine ſäuberliche ſemantiſche Trennung zwiſchen Hyphenator-Code und ſprachſpezifiſchen Trennungs-Patterns das lange ſ eigentlich zu den ſprachſpezifiſchen Trennungs-Pattern gehören ſollte, und nicht zum Hyphenator-Code, aber mit ſoll jede Löſung recht ſein.
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon gawl » 2010-12-10, 16:12

mach hat geſchrieben:Meine Meinung iſt zwar, daſs für eine ſäuberliche ſemantiſche Trennung zwiſchen Hyphenator-Code und ſprachſpezifiſchen Trennungs-Patterns das lange ſ eigentlich zu den ſprachſpezifiſchen Trennungs-Pattern gehören ſollte, und nicht zum Hyphenator-Code

Ja, ſtrenggenommen iſt das natürlich richtig, aber wenn ich das alles richtig verſtanden habe, wäre dies in dieſem Falle übertrieben aufwendig, denn der Hyphenator muß ja keineswegs die korrekte Setzung bzw. Unterſcheidung zwiſchen ſ und s überprüfen können. Zum Zwecke des Findens möglicher Trennungen genügt es daher vollauf, ſ und s als zwei gleichwertige Buchſtaben anzuſehen. Vorteil iſt dann, daß keine neuen / ſpeziellen Wörterbücher erforderlich ſind.
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon gawl » 2010-12-10, 16:31

Ich nutze die Ehre, in dieſem Forum quaſi mit einem eigenen Themenfaden präſent ſein zu dürfen, nun einmal dafür, die Fertigſtellung eines weiteren Literaturprojekts anzukündigen.
Ihr erfahrt es nun auf dieſe Weiſe ſogar vor meiner eigenen Web-Site. ;)
Ich habe mich in den letzten Wochen durch „Die Leiden des jungen Werther“ von Goethe gearbeitet. Natürlich war es auch ein klein wenig der Kinofilm von neulich, der mich neugierig auf das Buch machte. Obwohl ich mich normalerweiſe eigentlich gar nicht ſo ſehr mit ſehr „kitſchigen“ oder gefühlsduſeligen Werken anfreunden kann, gelang es vielen Stellen im „Werther“, mich anzuſprechen und zu begeiſtern; das Werk iſt zu Recht ein Klaſſiker der Literatur, finde ich :)
Ich werde in den nächſten Tagen das Werk im epub-Format auf meine Web-Site ſtellen (http://www.gawl.de), aber davon abgeſehen habe ich nun auch eine Frage an Euch alle: Ich erwäge, eine Buchverſion zu veröffentlichen, ſo richtig als gebundenes Taſchenbuch und über den normalen Buchhandel erhältlich. Heutige Print-on-Demand-Anbieter machen ſo etwas möglich, obwohl es ſich dabei ja ſicherlich nicht um einen Verkaufsſchlager handeln wird. Der Umfang beträgt 200 Seiten im DIN-A5-Format, Koſten ſchätze ich derzeit auf 20 Euronen pro Exemplar. Übrigens würde ich gewiß nicht reich dadurch, den Großteil deſſen ſtreichen ſich der PoD-Anbieter und der Buchhändler ein, für mich ſelbſt bliebe wirklich nur ein Bruchteil.
Nun bin ich natürlich an Meinungen intereſſiert. Wenn zum Beiſpiel ſelbſt in dieſem Forum eher wenig Intereſſe wäre, dann wäre es ſicherlich auch allgemein eher zwecklos. Immerhin iſt ja der Text ſelbſt (in Antiqua) im wohlbekannten „Reclam-Dünndruck“ ſchon für 3 Euro zu haben...
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon mach » 2010-12-10, 18:28

Du meinſt, ein echtes Papierbuch, das in UnifrakturMaguntia geſetzt iſt? Was mich angeht, ſo hält ſich mein Intereſſe an Büchern im Frakturſatz eher in Grenzen. Ich habe nichts gegen Bücher im Frakturſatz, und ich leſe ſie bereitwillig, aber für gewöhnlich bevorzuge ich doch den Antiquaſatz.

Es würde mich allerdings ſchon reizen, ein Buch zu beſitzen, an deſſen Schrift ich ſelber mitgearbeitet habe.
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon gawl » 2010-12-11, 09:59

mach hat geſchrieben:Du meinſt, ein echtes Papierbuch, das in UnifrakturMaguntia geſetzt iſt?

Teilweiſe. Die UnifrakturMaguntia habe ich für den Part des „Herausgebers“ verwendet, das macht ungefähr ein fünf‌tel des Textumfanges aus. Die „Briefe“ ſind in einer ſehr ähnlich ausſehenden anderen Fraktur geſetzt, an der ich ſelbſt etliche Wochen „herumgeſchraubt“ habe. ;)

mach hat geſchrieben:Es würde mich allerdings ſchon reizen, ein Buch zu beſitzen, an deſſen Schrift ich ſelber mitgearbeitet habe.

Kann ich ſehr gut verſtehen. :)
Da allerdings außer Dir vermutlich nur relativ wenige weitere Perſonen an der Erſtellung der Schriftart mitwirkten, hilft mir dieſes Argument nur ſehr wenig in bezug auf meine Hoffnung, ein Gefühl dafür zu bekommen, ob es ſich lohnen könnte, das Werk „ſo richtig“ in den Buchhandel zu bringen. :D
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon Altaïr » 2010-12-11, 18:48

Meiner Meinung nach muß die »Fangemeinde« der gebrochenen Schriften erſt noch wachſen, bevor ſich dieſer Schritt lohnt. Bisher würde ein ſolches Werk wohl eher ein Ladenhüter ſein, auch wenn es ſchmerzt.
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon gawl » 2010-12-12, 09:58

Altaïr hat geſchrieben:Meiner Meinung nach muß die »Fangemeinde« der gebrochenen Schriften erſt noch wachſen, bevor ſich dieſer Schritt lohnt.

Gute Einſchätzung, und deswegen käme für mich auch nur ein ſolches „Print-on Demand“-Projekt infrage! Dadurch, daß die Buch-Exemplare einzeln und jeweils auf Nachfrage hergeſtellt werden, gäbe es kaum finanzielles Riſiko. Einziger Nachteil wäre der auf Grund der höheren Herſtellungskoſten etwas höhere Ladenpreis.
Und, ſeien wir ehrlich, man kann dies auch wie ein Henne-Ei-Problem umgekehrt ſehen: Wie ſollte es denn überhaupt je wieder zu einer wachſenden Fan-Gemeinde kommen, wenn mangels Angeboten die allgemeine Meinung herrſcht, daß man ſolche Druckwerke heut‌zutage nicht mehr erſtelle, es alſo definitiv in vergangene Zeiten gehöre...!?
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon Altaïr » 2010-12-13, 01:45

Ich denke, es haben ſich hier im Internetz einige Möglichkeiten aufgetan, wie man praktiſch zum Nulltarif die gebrochenen Schriften wieder aus der Gammelkiſte holen kann. Wenn man merkt, daß ſich hier die Reſonanz erhöht und daß die kritiſche Maſſe überſchritten wurde, dann kann man auch darüber nachdenken ſolch einen Dienſt in Anſpruch zu nehmen. Schließlich verlangen jene Dienſte häufig eine Startgebühr von circa 50 €, wenn man dort Bücher publizieren möchte. Ich denke, man ſollte im Voraus ſicherſtellen, daß zumindeſt der Einſatz durch abkaufzuſicherungen gedeckt wird, um keinen Verluſt zu machen. Bei den beſſeren Anbietern ſollte ſich die Gewinnmarge eigentlich frei einſtellen laſſen. Frakturliebhabern wird es auf den einen Euro mehr oder weniger nicht ankommen, da der Preis ſelbſtverſtändlich eh deutlich höher ſein wird als ein vergleichbarer Druck in Antiquaſchrift vom bekannten Verlag mit dem gelben Umſchlag.

Aber ich würde wie geſagt erſt abwarten bis ſich genügend Abnehmer im Voraus melden ſodaß zumindeſt die Unkoſten abgedeckt ſind. Wenn ich betrachte, wie viele Seiten in Fraktur alleine in den letzten paar Monaten entſtanden ſind habe ich die Hoffnung, daß die kritiſche Maſſe bereits in einen abſehbaren Zeitraum von vielleicht einem halben Jahr überſchritten werden kann.

Ich wünſche Dir und uns trotzdem viel Erfolg in der Zukunft! Es kann eigentlich nur beſſer werden …
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