gawl-Projekt

Es gibt ja ſchon andere

gawl-Projekt

Beitragvon gawl » 2010-10-30, 08:43

Hallo,
ich möchte hiermit einmal auf mein eigenes kleines Fraktur-Projekt hinweiſen, welches darin beſteht, Klaſſiker der Literatur (die auf Grund ihres Alters inzwiſchen gemeinfrei ſind), in einer gebrochenen Schrift neu zu ſetzen.
----> http://www.gawl.de/Konzept.html
(»Neue« Autoren wären mir zwar auch nicht unwillkommen, allerdings ſind Fraktur-Schriften offenbar nicht hinreichend populär, ſodaß ſich viele bei mir gemeldet hätten ;-)
Allen Teilnehmer dieſes Forums dürfte bewußt ſein, daß dies eine Menge Arbeit darſtellt, ſelbſt in denjenigen Fällen, wo der zugrundeliegende Text ſchon digital (Projekt Gutenberg ö.ä.) verfügbar iſt, denn im allgemeinen präſentieren dieſe digitalen Bibliotheken ihre Texte ohne Unterſcheidung zwiſchen ſ und s, und eine automatiſche nachträgliche Unterſcheidung per Programm iſt kaum machbar. Der Lohn der Mühe iſt dann aber auch ein E-Book mit »richtigem« Text, keine geſcannten (und damit ſehr viel Speicherplatz benötigenden und nicht ſauber größenſkalierbaren) Dateien.
Bisher habe ich für alle dieſe Fraktur-E-Books das pdf-Format gewählt, weil es mir als einziges Format hinreichend Layout-treu erſchien, um auch Ligaturen etc. korrekt umzuſetzen.
Nun habe ich begonnen, verſuchsweiſe eines der Werke (Bettina von Arnim: Das Leben der Hochgräfin Gritta von Rattenzuhausbeiunsgehe) zuſätzlich als epub anzubieten, weil ich den Eindruck habe, daß ſich dieſes Format (zumindeſt in Deutſchland) nun allmählich als Standard für E-Books durchſetzt.
Die offiziellen Standards für das epub-Format ſehen allerdings vor, daß Schriften im otf-Format einzubinden ſind, daher habe ich mir erlaubt, die hier angebotenen Unifraktur-Schriften über Fontforge in dieſes Schriftenformat umzuwandeln, was hoffentlich hier nicht auf Widerſpruch ſtößt.
Anſonſten ſind Anregungen, Vorſchläge etc. gerne willkommen!
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon Altaïr » 2010-10-30, 15:46

Hallo gawl!
Da Dein Projekt in meinen Augen doch bereits eine beachtliche Größe angenommen hat habe ich mir einmal erlaubt, den Beitrag abzutrennen und in ein eigenes Thema zu ſchieben. Ich hoffe, Dir iſt das recht.

Ich habe mir gerade die Seite angeſehen und war begeiſtert von der Mühe, die Du Dir da gegeben haſt. Ich bin erfreut, die dort ausgeſtellten Klaſſiker nun auch in bewährter Frakturſchrift leſen lönnen zu dürfen. Ich kann ſehr wohl nachvollziehen, daß der Handſatz einen imenſen Zeitaufwand mit ſich bringt. Ich möchte Dir hohen Repekt zollen und freue mich bereits auf weitere Werke.

Da Du betreffend der Verwendung der Schrift angefragt haſt: Ich glaube nicht, daß mach etwas dagegen hat, daß Du die hier angebotenen Schriftarten verwendeſt. Auch der Originalauthor Peter Wiegen dürfte wohl kaum etwas dagegen einzuwenden haben. Die Schriften werden ſowieſo unter einer freien Lizenz angeboten, weswegen das Reicht auf Deiner Seite iſt.

Ich werde Deinen Auftritt in jedem Fall weiterhin beobachten!

Gruß,
Altaïr
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon mach » 2010-10-31, 11:33

Gegen eine Umwandlung der Schriften iſt nichts einzuwenden. Das epub-Format kenne ich nur vom Hörenſagen. Es läſſt alſo auch eine Einbettung von Schriftarten zu? Das wäre vielleicht ein Anlaſs dafür, in einem zukünftigen Releaſe der UniFraktur-Schriftarten auch gleich vorgefertigte OTF-Schriftarten mit‌zuliefern.

Die Frage iſt wohl, wie ſehr ſich die Suchfunktionen der verſchiedenen epub-Reader an die Standards halten. Für die Software eines Readers wäre es eigentlich ein klarer Fall: Eine Suche nach „lässt“ ſollte ſowohl das Wort „läſſt“ (mit langem „ſ“) als auch das Wort „lässt“ (mit rundem „s“) auf‌finden, und eine Suche nach „mitzuliefern“ ſollte ſowohl das Wort „mit‌zuliefern“ (mit ZWNJ zur Unterdrückung einer tz-Ligatur) als auch das Wort „mitzuliefern“ (ohne ZWNJ) auf‌finden.

Und du kannſt die Schriftarten ja auch gerne auf deinem Webſite verwenden! ;)
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon gawl » 2010-11-03, 10:13

mach hat geſchrieben:Das epub-Format kenne ich nur vom Hörenſagen. Es läſſt alſo auch eine Einbettung von Schriftarten zu?

Ein wenig vereinfachend geſprochen, iſt ein epub einfach eine zip-Datei, alſo ein Container, der die Text- und Bildinhalte als Dateien ent‌hält. Die Text-Inhalte ſind hierbei (X)HTML-Dateien, und dieſe dürfen (natürlich) auch auf CSS-Dateien verweiſen, und dieſe wiederum auf Schriften-Dateien, alſo im Grunde ganz ähnlich wie auch hier die Web-Seiten kodiert ſind.
Es gibt allerdings einige Einſchränkungen, vermutlich um Anzeige-Software noch einigermaßen im Rahmen zu halten, ſie ſoll ja ſchließlich auch in dieſe neumodiſchen kleinen Reader paſſen ;) Eine betrifft das derzeitige Chaos aus etlichen Formaten für die ſogenannten Web-Fonts, hier hat man einfach geſagt: OTF und ſonſt nichts.

mach hat geſchrieben:Die Frage iſt wohl, wie ſehr ſich die Suchfunktionen der verſchiedenen epub-Reader an die Standards halten. Für die Software eines Readers wäre es eigentlich ein klarer Fall: Eine Suche nach „lässt“ ſollte ſowohl das Wort „läſſt“ (mit langem „ſ“) als auch das Wort „lässt“ (mit rundem „s“) auf‌finden, und eine Suche nach „mitzuliefern“ ſollte ſowohl das Wort „mit‌zuliefern“ (mit ZWNJ zur Unterdrückung einer tz-Ligatur) als auch das Wort „mitzuliefern“ (ohne ZWNJ) auf‌finden.

Eine ſehr ſinnvolle Forderung, allerdings befürchte ich, daß es im Moment nicht viel mehr iſt als ein frommer Wunſch. Tatſache iſt, daß ſelbſt die Unterſtützung für eingebundene Zeichenſätze zwar in den Standards feſtgelegt iſt, aber bei den derzeit angebotenen Anzeige-Tools iſt dies keineswegs umgeſetzt: Die PC/Windows-Software Adobe Digital Editions iſt meines Wiſſens derzeit die einzige, die bei der Anzeige alles korrekt umſetzt. Angeblich können dies auch die Anzeigegeräte der Firma Sony (z.B. PRS-505), aber mangels eines ſolchen kann ich dies nicht ſelbſt nachprüfen. Bei der Linux-Software FBreader kann man immerhin von Hand eine (auf dem Syſtem inſtallierte) Schriftart wählen, ſodaß es auf dieſem Umwege immerhin doch möglich iſt, eine Fraktur-Schriftart für die Anzeige zu haben.
Bei den Suchfunktionen dürf‌te es eher noch ſchlimmer ausſehen: Die Volltextſuche der Adobe Digital Editions zum Beiſpiel fand etliches nicht in meinem Bettina-von-Arnim-epub, unabhängig von der ſ/s-Problematik. Immerhin: Wenn man ein langes ſ auf ſeiner Taſtatur hat (z.B. unter Linux recht problemlos machbar), kann man dieſes auch in das Suchfeld eintippen, und dann findet die ADE-Software auch Wörter mit dieſem ſ. Das ſ wird alſo immerhin als legaler Buchſtabe behandelt, wenn auch ohne jeden Zuſammenhang mit s.

mach hat geſchrieben:Und du kannſt die Schriftarten ja auch gerne auf deinem Webſite verwenden! ;)

Zumindeſt bei denjenigen Seiten meiner Website, die Fraktur-E-Books thematiſieren, iſt dies imzwiſchen auch geſchehen :D
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon Altaïr » 2010-11-03, 20:49

Hey mach, das läuft ja wie am Schnürchen… Bald wird das Web voll von Frakturſeiten ſein! Aber haſt Du eine Ahnung, warum die Buchſtaben auf gawls Seite wieder ſo derartig ſpringen? Ich dachte, Du hätteſt das bereits beſeitigt, oder?

Es grüßt
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon mach » 2010-11-04, 17:12

gawl hat geſchrieben:Das ſ wird alſo immerhin als legaler Buchſtabe behandelt, wenn auch ohne jeden Zuſammenhang mit s.

Das hatte ich befürchtet...

gawl hat geſchrieben:Zumindeſt bei denjenigen Seiten meiner Website, die Fraktur-E-Books thematiſieren, iſt dies imzwiſchen auch geſchehen :D

Hübſch!

Altaïr hat geſchrieben:Aber haſt Du eine Ahnung, warum die Buchſtaben auf gawls Seite wieder ſo derartig ſpringen?

Hm, keine Ahnung. Hier auf dem Mac wenigſtens ſieht es gut aus. Altaïr, haſt du es auf einem Syſtem geteſtet, wo keine lokalen UniFraktur-Schriften inſtalliert ſind? Eigentlich verwendet ja gawl unter http://www.gawl.de/layout/ genau dieſelben Schriften wie hier im Forum. Ich ſehe allerdings, daſs bei gawl einige Dateinamen falſch geſchrieben ſind, nämlich mit großem F als UniFraktur... anſtatt Unifraktur... (wie unter http://www.gawl.de/layout/stylefraktur.css) – nur die Namen der TTF-Dateien ſind richtig geſchrieben. Das ſollte allerdings eigentlich genügen. Ich verſtehe alſo das Problem nicht richtig.
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon Altaïr » 2010-11-04, 21:38

Ich habe es hier wie immer unter Ubuntu Linux geteſtet und da erſcheint eben wieder genau dieſes ſeltſame Verhalten, welches wir früher auch hier im Forum hatten, bis Du die Schrift umſtellteſt. Kann es denn möglich ſein, daß er die lokal inſtallierte Verſion verwendet und es deshalb zu dieſem komiſchen Springen kommt?

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Re: gawl-Projekt

Beitragvon mach » 2010-11-05, 13:27

Vielleicht – vielleicht wird gawls Seite beſſer angezeigt, wenn die eingebettete Schriftart verwendet wird, und nicht die lokal inſtallierte. Vielleicht iſt es aber auch umgekehrt, und dieſes Forum wird nur darum beſſer angezeigt, weil die lokal inſtallierte Schriftart verwendet wird, und nicht die eingebettete. Ich werde mir wohl nächſtens wieder ein Ubuntu einrichten, um das zu prüfen.
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon gawl » 2010-11-06, 09:26

mach hat geſchrieben:Ich ſehe allerdings, daſs bei gawl einige Dateinamen falſch geſchrieben ſind, nämlich mit großem F als UniFraktur... anſtatt Unifraktur...

Oh ja, da ſind mir offenkundig zu meinem großen Bedauern Tip(p)-Fehler unterlaufen.
Unabhängig von der Frage, ob dieſe Schuld tragen an beklagter ſchlechter Darſtellung auf Euren Computern, bedurf‌ten dieſe natürlich unverzüglicher Korrektur, was ich geſtern abend endlich erledigen konnte.
Iſt nun auch die Darſtellung beſſer denn vorher?
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Re: gawl-Projekt

Beitragvon Altaïr » 2010-11-06, 18:46

Durchaus, jetzt funktioniert es einwandfrei. In Ermangelung einer paſſenden Datei wird wohl einfach die Zeile
Code: Alles auswählen
local('UnifrakturMaguntia')

eingeſprungen ſein. Die Datei auf meinem Rechner iſt ſchon Älter und hat womöglich noch nicht die Korrektur, die das Springen verhindert.

Allerdings führt mich dieſe Beobachtung zu einer Frage: Warum wird die lokale Reſſource denn nicht bevorzugt behandelt und ſtatdeſſen die Schrift aus dem Internet geladen? Unter dem Geſichtspunkt des ſchnellen Seitenaufbaues und der Einſparung von Traffic iſt das doch irgendwie ſehr unglücklich gelöſt. Bedarf das in etwa einer Fehlermeldung bei Mozilla?

Gruß,
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